
Kurze Antwort: Häufige Ursachen einer anhaltend verstopften Nase sind eine Nasenscheidewandverkrümmung, vergrößerte Nasenmuscheln, allergischer Schnupfen, Sinusitis und Nasenpolypen; bei Kindern sind auch vergrößerte Polypen (Adenoide) häufig. Auch die Anwendung abschwellender Nasensprays über mehr als einige Tage kann die Verstopfung verstärken. Da sich die Behandlung nach der Ursache richtet, sollte diese bei einer HNO-Untersuchung festgestellt werden.
Eine verstopfte Nase ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Ursachen. Eine Verstopfung, die bei einer Erkältung einige Tage anhält, vergeht meist von selbst. Hält sie jedoch Wochen oder Monate an und beeinträchtigt Schlaf und Alltag, muss die zugrunde liegende Ursache gefunden werden.
Strukturelle Ursachen
Engstellen im Inneren der Nase behindern den Luftstrom mechanisch. Diese Art der Verstopfung besteht meist ständig und ist oft auf einer Seite stärker.
- Nasenscheidewandverkrümmung: eine Verbiegung der Wand, die die Nase in zwei Hälften teilt
- Nasenmuschelhyperplasie: dauerhafte Vergrößerung der Nasenmuscheln an der Seitenwand der Nase
- Verengung der inneren Nasenklappe: Der enge Bereich an der Innenseite des Nasenlochs fällt beim Einatmen nach innen
- Veränderungen nach früheren Nasenverletzungen oder Nasenoperationen
Allergische und entzündliche Ursachen
- Allergischer Schnupfen: Niesen, Juckreiz, wässriges Sekret und Verstopfung, ausgelöst etwa durch Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare
- Nicht-allergischer Schnupfen: Sekret und Verstopfung, ausgelöst durch Temperaturwechsel, starke Gerüche oder Rauch
- Sinusitis: Entzündung der Nasennebenhöhlen; sie kann mit Druck im Gesicht, zähem Sekret und vermindertem Geruchssinn einhergehen
- Nasenpolypen: weiche, gutartige Wucherungen der Schleimhaut von Nase und Nebenhöhlen; sie gehen oft mit Riechverlust einher
Verstopfung durch Medikamente
Abschwellende Nasensprays verschaffen bei kurzer Anwendung Erleichterung. Werden sie jedoch länger als einige Tage verwendet, kann die Verstopfung beim Nachlassen der Wirkung stärker zurückkehren, und es kann sich eine Gewöhnung an das Spray entwickeln. Man spricht von Rhinitis medicamentosa. Das Spray muss abgesetzt und die zugrunde liegende Ursache behandelt werden; dieser Prozess wird unter ärztlicher Begleitung geplant.
Häufige Ursachen bei Kindern
Bei Kindern ist die häufigste Ursache vergrößerte Polypen; sie können mit Mundatmung, Schnarchen und Atemaussetzern im Schlaf einhergehen. Bei übel riechendem Sekret nur aus einer Seite sollte auch an einen in die Nase gesteckten Fremdkörper gedacht werden.
Hinweise zur Unterscheidung
- Verstopfung immer auf derselben Seite, unabhängig von der Jahreszeit: spricht für eine strukturelle Ursache.
- Verstopfung mit Niesen, Juckreiz und wässrigem Sekret, die in bestimmten Jahreszeiten zunimmt: spricht für eine Allergie.
- Verminderter Geruchssinn, zähes Sekret und Druck im Gesicht: sprechen für eine Sinusitis oder Polypen.
- Sekret nur aus einer Seite, blutig oder übel riechend: eine Situation, in der eine Untersuchung nicht aufgeschoben werden sollte.
Diese Hinweise dienen nur der Orientierung; oft bestehen mehrere Ursachen gleichzeitig. So kann bei einer Nasenscheidewandverkrümmung zusätzlich ein allergischer Schnupfen die Verstopfung verstärken.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Nach Fragen zu Dauer und Art der Beschwerden wird das Naseninnere mit Licht und Endoskop untersucht. Dabei werden Septum, Nasenmuscheln, innere Nasenklappe und der hintere Nasenbereich beurteilt. Bei Verdacht auf eine Allergie können Allergietests, bei Verdacht auf eine Erkrankung der Nasennebenhöhlen ein CT angefordert werden.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache
Bei allergischen und entzündlichen Ursachen stehen die medikamentöse Behandlung und das Meiden des Allergens im Vordergrund. Bei strukturellen Ursachen wie einer Nasenscheidewandverkrümmung oder dauerhaft vergrößerten Nasenmuscheln können Medikamente die Beschwerden lindern, korrigieren aber nicht die Struktur; dann werden Septumplastik und Nasenmuschelverkleinerung erwogen. Bei Sinusitis und Polypen, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung ansprechen, wird eine endoskopische Nasennebenhöhlenoperation erwogen.
Weitere Beiträge
- Schiefe Nasenscheidewand erkennen: Symptome und Untersuchung
- Rhinoplastik oder Septorhinoplastik: Was ist der Unterschied?
Quellen
- Seidman MD et al. Clinical Practice Guideline: Allergic Rhinitis. Otolaryngology–Head and Neck Surgery, 2015.
- Rosenfeld RM et al. Clinical Practice Guideline (Update): Adult Sinusitis. Otolaryngology–Head and Neck Surgery, 2015.
- Han JK et al. Clinical Consensus Statement: Septoplasty with or without Inferior Turbinate Reduction. Otolaryngology–Head and Neck Surgery, 2015.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Diagnose- und Behandlungsentscheidungen trifft der Arzt nach einer Untersuchung; die Ergebnisse operativer Eingriffe sind individuell verschieden.
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information; Diagnose und Behandlungsentscheidung trifft der Arzt nach der Untersuchung. Die Ergebnisse chirurgischer und interventioneller Eingriffe sind von Person zu Person verschieden.